HANDLUNGSFELD «SCIENTAINMENT»

Mit Wissenschaft zu den Leuten – seit 2013

Ständige Ausschreibung: Scientainment

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In der Schweiz wird Kommunikation von Wissenschaft in der Regel als wissenschafts- und bildungskonforme Übermittlungs- und Übersetzungsarbeit geleistet. Dazu stehen u. a. eine ganze Reihe von institutionengebundenen Periodika zur Verfügung. Reich ist auch die Palette von Veranstaltungen unterschiedlichster Formate, die von Hochschulen und spezialisierten Institutionen angeboten werden. Die mit Ressourcen gut dotierte Wissenschaftskommunikation ist seit einiger Zeit bestrebt, den akademischen Elfenbeinturm zu öffnen und einen Dialog zwischen Forschenden und Bevölkerung zu vermitteln. Sie verwendet dazu durchaus populäre, attraktive Formen, transportiert aber kaum Emotionen und hat oft einen selbstlegitimatorischen Unterton. Diese hochschwellige Wissenschaftskommunikation spricht erfolgreich Menschen an, die an Bildung und Wissenschaft interessiert sind. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung aber erreicht sie nicht.
Unter dem programmatischen Titel «Scientainment» stellt die Gebert Rüf Stiftung Mittel zur Förderung innovativer Modellprojekte niederschwelliger Wissenschaftskommunikation bereit. Damit will sie zur Diskussion über Formen zeitgemässer Wissenschaftskommunikation anregen und neue Formate fördern.

Die Menschen erreichen


Für die Zukunft der Schweiz ist die Tatsache, dass ca. zwei Drittel der Bevölkerung mit den etablierten Formen der gängigen Wissenschaftskommunikation nicht erreicht werden, in zweierlei Hinsicht kritisch: Zum einen ist es die zentrale Aufgabe einer Wissensgesellschaft, möglichst viele Menschen ausbildungsmässig auf allen Stufen der Wertschöpfungskette in die Zukunft mitzunehmen. Zum anderen muss der BFI-Bereich als prioritärer Polit- und Gesellschaftsbereich längerfristig mehrheitsfähig bleiben, damit die künftig zu leistenden öffentlichen Budgets für Bildung, Forschung und Innovation gegenüber anderen Budgets durchgesetzt werden können.

Scientainment als Chiffre


Scientainment ist ein niederschwelliger Ansatz des Kommunizierens über Bildung, Forschung und Innovation, bei dem Unterhaltung und Wissensvermittlung klug verbunden werden: Neben dem Sachlich-Inhaltlichen wird dabei auf die anspruchgruppengerechte Aufbereitung und auf die an positive Affekte appellierende Form Wert gelegt. Scientainment will der Wissenschaft den persönlichen Bezug, das Staunen, den Zauber, das Rätselhafte, die Überraschung, die Spannung, den Spass und die Hoffnung zurückgeben. Auf diese Weise ist Scientainment in der Lage, Menschen zu erreichen, die keinen direkten oder indirekten Bezug zum BFI-Bereich haben.

Modellprojekt Wissen in 20Minuten


Seit 3 Jahren erscheint, initiiert von der Gebert Rüf Stiftung und mitfinanziert von der Stiftung Mercator Schweiz, in der Gratiszeitung 20Minuten jeden Freitag die Doppelseite «Wissen». Diese wird in journalistischer Unabhängigkeit von einer spezialisierten Redaktion verantwortet.

Das Projekt ist unter Journalisten erwartungsgemäss umstritten, wird doch immer wieder moniert, gemeinnützige Stiftungen sollten nicht eine bestens rentierende Gratiszeitung subventionieren. Diese Kritik zielt zu kurz: Indem sich nämlich das Projekt in sozusagen subversiver Weise der Pendlerzeitung und ihren Gestaltungsdefinitionen bedient, können 1.4 Mio. Leserinnen und Leser angesprochen werden, von denen die Mehrheit kaum je von den etablierten und seriösen Gefässen der Wissenschaftskommunikation erreicht werden. Zudem stellt es die Bildungs- und Forschungstitutionen des tertiären Bereichs auf eine Plattform, die sie nicht selbst kontrollieren – hat also nichts mit PR oder institutioneller Öffentlichkeitsarbeit zu tun:
nach Fachgebieten
nach Hochschulen
nach Museen und Pärken

Laufend und im Rahmen der Begleitforschung überprüfte Kernkriterien sind: Die Unabhängigkeit des Medienbüros, dessen kritische Nähe zur Wissenschaft und ihren Institutionen und die Qualität der journalistischen Dienstleistung.
Konzept Qualitätsentwicklung
Begleitforschung Wyss
Begleitforschung Lehmkuhl


Projekte niederschwelliger Wissenschaftskommunikation sind willkommen


Die Gebert Rüf Stiftung finanziert Projekte, die entweder grundlegend neu sind oder die neu überdacht und auf das Ziel des Scientainment ausgerichtet werden. Mit diesem auf Dauer angelegten Finanzierungsangebot beabsichtigt die Gebert Rüf Stiftung, Wissenschaftskommunikatoren, Verbände, Organisationen und Institutionen aus Bildung, Wissenschaft sowie Kultur dazu anzustiften, sich mit der Notwendigkeit zur niederschwelligen Wissenschaftskommunikation auseinanderzsetzen und gemeinsam mit Vertretern wissenschaftsferner Anspruchsgruppen neue Formen des Wissenschaftsdialogs zu entwickeln.

Förderkriterien


Das Projekt:
  • innovativ und unterhaltungsgetrieben;
  • vermittelt und diskutiert Wissen der aktuellen wissenschaftlichen Forschung;
  • ist auf Zielgruppen in der Schweiz ausgerichtet, die nicht wissenschaftsaffin sind;
  • eignet sich, eine erhebliche Wirkung im Sinne einer Sensibilisierung für wissenschaftliche Themen auszuüben;
  • wird durch ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaft und anderen Bereichen (etwa Sport, Populärkultur, Unterhaltung, neue Medien) konzipiert und realisiert.

Nicht gefördert werden Projekte, die:
  • Marketingaktionen oder institutionelle Kommunikationsarbeit zum Gegenstand haben;
  • Forschung über Wissenschaftskommunikation bezwecken.

Bei der Begutachtung kommen folgende Kriterien zur Anwendung:
  • Kompetenz des Projektteams;
  • Originalität des Formats und des Vorgehens;
  • Eignung des Formats und des Vorgehens im Hinblick auf das Zielpublikum;
  • Machbarkeit des Vorhabens;
  • erwartete Auswirkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht.

Dokumentation:
  • Jedes bewilligte Projekt erstellt nach Abschluss der Arbeiten einen 2-5minütigen, youtube-geeigneten Film zum Projekt.
  • Die Filme werden unter anderem via Website der Gebert Rüf Stiftung veröffentlicht.

Projekteingaben:
  • Projekte können gemäss den allgemeinen Vorgaben quartalsweise bei der Gebert Rüf Stiftung eingegeben werden.
  • Das Eingabeverfahren ist zweistufig.

Info 1 zur Ausschreibung

Kriterien und mehr:
Faltblatt

 
Zeitung

Info 2 zur Ausschreibung

Unsere Zeitung «Scientainment», die anregen, aufregen, unterhalten und provozieren soll – zu guten Projektgesuchen:
zum Blättern
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Quicklinks Projekte

Projektliste Handlungsfeld

Grundlagentext Scientainment

Arbeitspapier Gebert Rüf Stiftung

Literaturhinweis

Olsen, Randy: Don't be such a scientist, island press, Washington 2009

Links

TuN (Nachwuchsförderung Technik & Naturwissenschaften)
Bern Zürich
MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) im Unterricht educa.MINT

Bildstrecke oben

Ideen-Workshops Scientainment vom 5. April und 3. Mai 2013, Uniturm Zürich, Christoph Läser Photograph AG Basel