IM JAHR 2011 BEWILLIGTES PROJEKT

Der Mittelbau an Fachhochschulen

Redaktion

Für den Inhalt der Angaben zeichnet die Projektleitung verantwortlich.


Kooperation

Dieses von der Gebert Rüf Stiftung geförderte Projekt wird von folgenden weiteren Projektpartnern mitgetragen: Hochschule für Wirtschaft FHNW; Pädagogische Hochschule FHNW


Projektdaten

Projekt-Nr.: GRS-014/11
Förderbeitrag: CHF 50'000
Bewilligung: 11.04.2011
Dauer: 06.2011 - 04.2013
Handlungsfeld: BREF, seit 2009


(E-)Nudging in Chronic Care – BREF 2013
GRS-057/13 CHF 298'000 Edith Maier 03.2014 - 02.2016

Lebensqualitätsindex für Gemeinden – BREF 2013
GRS-056/13 CHF 284'000 Lukas Schmid 04.2014 - 06.2015

#Schlüsselsituationen: Kasuistik-Datenbank und Online Diskurs über Best Practice in der Sozialen Arbeit – BREF 2013
GRS-055/13 CHF 282'000 Regula Kunz 06.2014 - 09.2015

Unterstützung pflegender und betreuender Angehöriger älterer Menschen – BREF 2013
GRS-054/13 CHF 297'000 Sonya Kuchen 03.2014 - 02.2016

Neue Verfahren für die demokratische Stadtentwicklung – BREF 2013
GRS-053/13 CHF 299'000 Matthias Drilling 04.2014 - 03.2016

ALCOVES; architecture et soins infirmiers en psychiatrie – BREF 2012
GRS-053/12 CHF 300'000 Pieter Versteegh 04.2013 - 09.2016

INCUMENT; Innovationsprogramm für die Praxis der Sozialen Arbeit – BREF 2012
GRS-052/12 CHF 293'000 Anne Parpan-Blaser 05.2013 - 07.2015

INSOCH: Die Sozialfirma als Grundstein sozialer Innovation – BREF 2012
GRS-051/12 CHF 300'000 Luca Crivelli 03.2013 - 03.2016

Bildungsräume der Kinder und Jugendlichen: Gemeinde als tragendes Netz – BREF 2012
GRS-050/12 CHF 262'000 Christian Reutlinger 03.2013 - 06.2015

Swiss Urban NeighbourWoods – BREF 2012
GRS-049/12 CHF 300'000 Urs Mühlethaler 04.2013 - 07.2015

FabLab Neuchâtel; Co-création entreprises & HES – BREF 2011
GRS-063/11 CHF 300'000 Jérôme Mizeret 01.2012 - 12.2014

EEROS; An Easy, Elegant, Reliable, Open and Safe Robotic Software – BREF 2011
GRS-062/11 CHF 300'000 Einar Nielsen 01.2012 - 12.2014

MissionFusion; Kompetenznetzwerk und integrierte Informationssysteme im Krisenfall – BREF 2011
GRS-061/11 CHF 292'000 Thomas Jarchow-von Büren 08.2012 - 07.2015

Competence Center for Complex Digital Forensics - BREF 2011
GRS-060/11 CHF 267'000 David Billard 03.2012 - 10.2014

Business Incubator for the Hospitality Industry – BREF 2011
GRS-059/11 CHF 300'000 Rémi Walbaum 04.2012 - 12.2014

Der Mittelbau an Fachhochschulen
GRS-014/11 CHF 50'000 Martina Zölch 06.2011 - 04.2013

SwissSunScreen; In vitro evaluation and standardization of sunscreen products – BREF 2010
GRS-044/10 CHF 299'000 Georgios Imanidis 03.2011 - 01.2014

Simple Machine-to-Machine Communication Systems – BREF 2010
GRS-043/10 CHF 290'000 Bertrand Hochet 02.2011 - 06.2014

Kompetenzzentrum Wohnumfeld – BREF 2010
GRS-041/10 CHF 210'000 Joachim Schöffel 03.2011 - 03.2014

Kompetenzzentrum für Künstliche Gewebe zur Wirkstoffprüfung und Medikamentenentwicklung – BREF 2010
GRS-040/10 CHF 300'000 Ursula Graf-Hausner 01.2011 - 05.2013

Inno_Kick; Plateforme dédiée à l’innovation pour start-up et PME/PMI – BREF 2010
GRS-039/10 CHF 285'000 Nathalie Nyffeler 02.2011 - 12.2013

Wissensmanagement für nachhaltige Landwirtschaft – BREF 2009
GRS-043/09 CHF 294'550 Jan Hendrik Grenz 12.2009 - 01.2012

VIP – Voucher for Innovation Partnerships – BREF 2009
GRS-042/09 CHF 300'000 Giorgio Travaglini 04.2010 - 12.2013

FabLab der Hochschule Luzern – BREF 2009
GRS-041/09 CHF 300'000 Patricia Wolf 02.2010 - 06.2012

Innovationsförderung in Schweizer Gemeinden – BREF 2009
GRS-040/09 CHF 294'000 Urs Sauter 06.2010 - 10.2012

Design-getriebene Innovationsprojekte mit KMU – BREF 2009
GRS-039/09 CHF 300'000 Claudia Acklin 01.2010 - 02.2013

Diffusion «Programmatik und Entwicklung der schweizerischen Fachhochschulen»
GRS-025/09 CHF 94'000 Karl Jakob Weber 10.2009 - 01.2011


Projektleitung

Prof. Dr. Martina Zölch, Institutsleitung, Hochschule für Wirtschaft, FHNW, PMO - Institut für Personalmanagement und Organisation, Riggenbachstrasse 16, 4600 Olten (Schweiz), martina.notexisting@nodomain.comzoelch@fhnw.notexisting@nodomain.comch


Abstract

Der Mittelbau ist für Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen eine erfolgskritische Personalressource, um den erweiterten Leistungsauftrag zu erfüllen und insbesondere die Forschung weiter auszubauen. Bereits 2004 wurde deshalb eine repräsentative Online-Befragung zur Situation der Assistierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden an Schweizer Fachhochschulen durchgeführt (Zölch, Greiwe & Semling, 2005). Seither sind die Vollzeitstellenäquivalente im Mittelbau an den Fachhochschulen der Schweiz um 69% gestiegen. Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass sich in dieser Zeit auch die Tätigkeitsfelder der Mittelbauangestellten an den Fachhochschulen ausgeweitet haben.

Im Herbst 2011 wurde deshalb erneut eine repräsentative Online-Befragung Assistierender und wissenschaftlicher Mitarbeitender an allen Fachhochschulen in der Schweiz durch-geführt, welche folgende Themen beinhaltete: Rahmenbedingungen der Anstellung, Rekrutierung, Beschäftigungssituation, Tätigkeitsprofile, Entwicklung und Qualifizierung, Berufs- und Karriereaussichten sowie Handlungsfelder. Ausgewählte Ergebnisse konnten so mit denen der Repräsentativbefragung aus dem Jahr 2004 verglichen werden.

Ergänzend wurden dieses Mal auch Angestellte des Mittelbaus an Pädagogischen Hoch-schulen befragt, die nicht in eine Fachhochschule integriert sind. Darüber hinaus wurden Personalstellen ausgewählter Hochschulen zu Differenzierungen des Mittelbaus, zur Personalpolitik sowie zu Förderkonzepten befragt und diese Ergebnisse mittels Kennzahlen- und Dokumentenanalysen ergänzt.

Die vorliegende Studie gibt Auskunft über die aktuelle Situation des Mittelbaus in Bezug auf Qualifikationen, Funktionen, Anforderungsprofile und Anstellungsbedingungen, auf vorhandene Laufbahnoptionen und -perspektiven sowie Fördermöglichkeiten. Rolle und Einbettung des Mittelbaus in den aktuellen Strukturen von FH und PH werden thematisiert und es werden auf Basis der Studienergebnisse Handlungsfelder aufgezeigt.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Die äusserst dynamische Entwicklung der letzten Jahre an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen hat zum Ausbau und einer weiteren Differenzierung des Mittelbaus geführt, jedoch nicht zu einer Schärfung der Profile. Die Personalpolitik an vielen Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen konnte mit diesen Entwicklungen nicht immer Schritt halten. Um die Ressource Mittelbau adäquat einsetzen und fördern zu können, war eine erneute Standortbestimmung in Bezug auf Anstellungsbedingungen, Qualifikationen, Anforderungsprofile und Laufbahnoptionen erforderlich. Da auf Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung aus dem Jahr 2004 zurückgegriffen werden kann, können Entwicklungen des Mittelbaus an Fachhochschulen über einen längeren Zeitraum hinweg verglichen werden.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie liefern wichtige Impulse für Hochschulleitungen und Personalmanagement sowie für Bildungspolitik und Bildungsverwaltung. Dies trägt zur Stärkung des Hochschulstandorts Schweiz sowie zur Positionierung der FH und PH als attraktive Arbeitgeberinnen bei. Zudem werden Zusammenarbeit und Wissenstransfer zwischen den Hochschulen und der Bildungspolitik gefördert.

Stand/Resultate

Bei den befragten Mittelbaumitarbeitenden (insgesamt haben 1558 Personen aus den sieben Fachhochschulen sowie aus acht eigenständigen Pädagogischen Hochschulen teilgenommen) sind 37% als Assistierende, 55% als wissenschaftliche Mitarbeitende sowie 8% in einer anderen Funktion im Mittelbau tätig. Der überwiegende Teil der Mittelbaumitarbeitenden wurde bei der Erstanstellung befristet angestellt. Zeitlich befristete Anstellungen haben gegenüber 2004 zugenommen und hier insbesondere Erstverträge von max. einem Jahr. Zwei Drittel der Befragten haben schon eine oder mehrere Vertragsverlängerungen erhalten. Forschung und Entwicklung ist nach wie vor das zentrale Arbeitsfeld der Mittelbaumitarbeitenden. Hier haben sich gegenüber 2004 kaum Veränderungen ergeben. Jedoch gehören auch Tätigkeiten in der Aus- und Weiterbildung bei 70% der Befragten zum Tätigkeitsprofil. Gut 10% geben an, eine Stabsfunktion inne zu haben, wobei Frauen hier deutlich überwiegen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine grosse Heterogenität in den Tätigkeitsprofilen der Mittelbaumitarbeitenden. Dies dürfte einerseits Ausdruck der zum Teil nicht sehr prägnanten Konzipierung der Personalkategorie des Mittelbaus an verschiedenen Hochschulen sein. Andererseits spiegelt sie die Aufgabenvielfalt wider, die die Tätigkeit an einer Fachhochschule resp. Pädagogischen Hochschule zwischen Praxisorientierung, Dienstleistungsunternehmen und Anspruch auf Forschungsexzellenz bietet. Dabei zeigen sich bei den Tätigkeitsprofilen des Mittelbaus sowohl aktuell wie bereits 2004 sehr grosse Fachbereichsunterschiede. Eine Angleichung der unterschiedlichen Fachbereiche scheint kaum stattgefunden zu haben. Die Analyse von Personalreglementen der Hochschulen zeigt zudem eine starke strukturelle Differenzierung der Personalkategorie des Mittelbaus sowie überlappende Arbeitsfelder und Funktions- resp. Lohnstufen mit denjenigen von Dozierenden und administrativen Mitarbeitenden.

In Bezug auf aktive Tagungs- und Kongressbeiträge ist eine deutliche Zunahme festzustellen. Auch die Publikationsaktivitäten haben sich im Vergleich zu den Ergebnissen der Studie von 2004 intensiviert. Allerdings sind insgesamt nur rund ein Drittel der Mittelbauangestellten in diesem für die Nachwuchsförderung wichtigen Gebiet tätig. Auch die Qualifizierungsaktivitäten – sei es in Form einer Weiterbildung oder einer Qualifikationsarbeit – haben sich insgesamt verstärkt. Knapp die Hälfte der Befragten nimmt an einer Weiterbildung teil oder schreibt an einer Qualifikationsarbeit. Die Unterstützung der Qualifizierungsaktivitäten durch die Hochschule wird von den Befragten vergleichsweise kritisch beurteilt. Zudem zeigt sich, dass für Mittelbaumitarbeitende in den Personalverordnungen oft kein verbindlicher Anspruch auf Weiterbildungszeit vorgesehen ist, wie dies bei den Dozierenden zumeist der Fall ist. Weiterbildungszeit für den Mittelbau muss oft dezentral auf Ebene der Teilschulen, Institute oder mit den Vorgesetzten verhandelt werden.

Die Mittelbaumitarbeitenden schätzen ihre berufliche Zukunft grundsätzlich positiv ein. Im Vergleich zur Studie von 2004 hat ein deutlich grösserer Anteil eine klare Vorstellung davon, wo sie beruflich in fünf Jahren stehen. Auch wenn es fachbereichsbezogene Unterschiede gibt, kann sich fast die Hälfte der Mittelbaumitarbeitenden eine berufliche Laufbahn an ihrer Hochschule vorstellen. Die Attraktivität der Hochschulen als Arbeitgeber dürfte demzufolge gestiegen sein. Gleichzeitig erleben die Mittelbaumitarbeitenden die Aufstiegsmöglichkeiten als defizitär bzw. erwarten hier mehr, als die Hochschulen bieten. In den Ergebnissen der Studie kommt hier das Spannungsfeld zwischen (befristeten) Nachwuchs- oder Projektstellen und Mittelbaustellen als Strukturstellen mit bestimmten Aufgaben zum Ausdruck.

Herausforderungen, die vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Studie anzugehen sind, beziehen sich u.a. auf eine sinnvolle Rahmensteuerung angesichts der grossen Heterogenität der Fachbereiche sowie der unterschiedlichen Situationen der Hochschulen, auf eine deutliche Unterscheidung zwischen Nachwuchsstellen und Strukturstellen und daraus jeweils abzuleitenden Laufbahnen und Personalentwicklungsprogrammen einschliesslich der Promotionsförderung, auf die berufsbiografische Gestaltung des doppelten Kompetenzerwerbs (Wissenschaft und Praxis) und auf die Qualifizierung für Wissenschaftsmanagementaufgaben. Weiter müssen die strukturellen Auswirkungen bearbeitet werden, welche sich aus dem an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen geforderten Selbstfinanzierungsgrad in der Forschung vor allem im Bereich der Anstellungspolitik ergeben.

Mit den Ergebnissen der vorliegenden Studie wurde die bildungs- und hochschulpolitische Diskussion um den Mittelbau an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen wieder aufgenommen. Die am 29. August 2012 durchgeführte Mittelbautagung, die mit 140 Teilnehmenden aus Bildungspolitik, Hochschulen und Verbänden auf grosses Interesse traf, war hierfür ein wichtiger Promoter. Die Nachfrage nach den Ergebnissen der Studie war und ist gross (BBT, KFH, COHEP, Personalverbände, die einzelnen Hochschulen etc.).

Publikationen

Böckelmann, C., Erne, C. Kölliker, A. & Zölch M. (Hrsg.) (2013, in Druck). Der Mittelbau an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen der Schweiz. Eine Situationsanalyse. Mering: Rainer Hampp.

Medienecho

Der Mittelbau an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen, ALPHA.CH, 16.7.2012,
Seiltanz zwischen Theorie und Praxis, NZZ executive, 4.2.2012

Links

http://www.fhnw.ch/ppt/content/prj/T999-0088
http://www.fhnw.ch/wirtschaft/pmo
http://www.fhnw.ch/ph

Am Projekt beteiligte Personen

Prof. Dr. Martina Zölch, Projektleiterin martina.zoelch@fhnw.ch
Dr. Christine Böckelmann, Pädagogische Hochschule Karlsruhe christine.boeckelmann@ph-karlsruhe.de
lic. phil. Cordula Erne, Pädagogische Hochschule FHNW cordula.erne@fhnw.ch
Alexandra Kölliker, Betriebsökonomin FH, Hochschule für Wirtschaft FHNW alexandra.koelliker@fhnw.ch

Letzte Aktualisierung dieser Projektdarstellung

11.07.2013