IM JAHR 2015 BEWILLIGTES PROJEKT

Audiovisuelles Mediendesign in tertiären Bildungslandschaften

Redaktion

Für den Inhalt der Angaben zeichnet die Projektleitung verantwortlich.


Kooperation

Dieses von der Gebert Rüf Stiftung geförderte Projekt wird von folgenden weiteren Projektpartnern mitgetragen: Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, Universität Basel, École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), Universität Passau.


Projektdaten

Projekt-Nr.: GRS-050/14
Förderbeitrag: CHF 210'000
davon Löhne: CHF 167'000
Bewilligung: 16.04.2015
Dauer: 06.2015 - 09.2017
Handlungsfeld: DesignPlus, seit 2013


Schraubenlose Brillen durch Wasserstrahl-Fertigungstechniken
Projekt nummerGRS-028/17 BudgetCHF 28'000 VerantwortlichSandra Kaufmann Laufzeit09.2017 - 05.2018

Rosetta Robotics Camp 2017
Projekt nummerGRS-026/17 BudgetCHF 100'000 VerantwortlichStefan Bertschi Laufzeit05.2017 - 09.2017

Project Rosie – a new way to learn science
Projekt nummerGRS-060/16 BudgetCHF 300'000 VerantwortlichPeter Spence Laufzeit03.2017 - 09.2018

SMART LAYERS SL
Projekt nummerGRS-034/16 BudgetCHF 300'000 VerantwortlichAsha De Laufzeit02.2017 - 08.2018

Wyss Zurich Pathos Lab
Projekt nummerGRS-020/16 BudgetCHF 283'500 VerantwortlichAparna Rao Laufzeit03.2017 - 02.2019

Design of Bio-Inspired Textile Products with Natural Fibres
Projekt nummerGRS-077/15 BudgetCHF 250'000 VerantwortlichKunal Masania Laufzeit08.2016 - 08.2018

Ludicious – Zürich Game Festival
Projekt nummerGRS-051/15 BudgetCHF 30'000 VerantwortlichDominik Marosi Laufzeit12.2015 - 05.2017

Audiovisuelles Mediendesign in tertiären Bildungslandschaften
Projekt nummerGRS-050/14 BudgetCHF 210'000 VerantwortlichNicolaj van der Meulen Laufzeit06.2015 - 09.2017

Science Toys = Science Tools
Projekt nummerGRS-039/14 BudgetCHF 400'000 VerantwortlichKarmen Franinovic Laufzeit03.2015 - 02.2017

DesignSeed: Design in der Inkubations- und Early Stage Startup-Phase
Projekt nummerGRS-068/13 BudgetCHF 260'000 VerantwortlichClaudia Acklin Laufzeit06.2014 - 06.2016

Ludicious - Zürich Game Festival
Projekt nummerGRS-060/13 BudgetCHF 47'000 VerantwortlichDominik Marosi Laufzeit07.2014 - 01.2015

Cultural Spaces and Design
Projekt nummerGRS-040/13 BudgetCHF 230'000 VerantwortlichRegina Halter Laufzeit04.2014 - 09.2017

Design & Technology Lab Zürich
Projekt nummerGRS-018/13 BudgetCHF 340'000 VerantwortlichSandra Kaufmann Laufzeit04.2014 - 08.2016

Robot Design for Understanding
Projekt nummerGRS-017/13 BudgetCHF 200'000 VerantwortlichFrancesco Mondada Laufzeit04.2014 - 01.2017


Projektleitung

Prof. Dr. Nicolaj van der Meulen, Co-Leitung, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Institut Ästhetische Praxis und Theorie, Freilager-Platz 1, 4023 Basel (Schweiz), nicolaj.notexisting@nodomain.comvandermeulen@fhnw.notexisting@nodomain.comch


Abstract

MOOC’s («Massive Open Online Courses», MOOCs) gehören zu den zukunftsweisenden Formaten in der tertiären Lehre. Sie werden als Formate bei der strategischen und kommunikativen Positionierung von Bildungs- und Lehrinhalten genutzt und stellen in Aussicht, analoge und digitale Lehre zusammenzuführen. Das Projekt untersucht die Chancen und Risiken bei der Implementierung von MOOCs. Es analysiert die wechselseitige Abhängigkeit von Wissensinhalten und Wissensdesign. Das Design von MOOCs und der Einsatz reflektierter ästhetischer Paradigmen gehört zu der grössten Herausforderung der Entwicklung des neuen Lehrformats.

An der Schnittstelle von Mediendesign, Bild- und Medienwissenschaften wird das Potenzial von MOOC-Videos in einer interdisziplinären Kooperation der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW (HGK) mit der Universität Basel, der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und der Universität Passau untersucht.

MOOC-Videos variieren stark hinsichtlich ihrer ästhetischen und technischen Implementierung. Der Fokus dieses Projektes liegt bei der Evaluation und Optimierung der ästhetisch-filmischen Implementierung vor und hinter der Kamera. Die Implementierung von MOOC-Videos wird unter zu Hilfenahme von Techniken aus dem audiovisuellen Mediendesign untersucht, weiterentwickelt und experimentell evaluiert.

Das Projekt setzt bei einer bild- und medienwissenschaftlichen Analyse existierender MOOC- Videos an und entwickelt darauf aufbauend ein innovatives Mediendesignkonzept zur Implementierung von Videos für die tertiäre Lehre. Wichtigste Erkenntnis aus den Analysen ist, dass MOOCs eine starke Redundanz der Formate aufweisen, deren Design jedoch einen nachweisbaren Einfluss auf die zu vermittelnden Wissensinhalte besitzt.

Kenntnisse aus dem audiovisuellen Mediendesign werden mit Schweizer Experten reflektiert, in Entwurfsprozessen und Workshops erprobt sowie zu einem neuartigen gestalterischen Konzept für die Lehre ausgearbeitet. Die Entwicklung neuer MOOC-Formate geschieht in enger Kooperation mit der EPFL Lausanne. Ein im Netzwerk der MOOC-Community erarbeitetes
„Video Manifesto“ liefert modellhafte Vorschläge zu einer Weiterentwicklung von MOOCs.

Obgleich das Projekt eine grundsätzlich entwicklungs- und produktorientierte Ausrichtung besitzt, sollte das hohe Potenzial, das in MOOCs bezüglich der Lehrdynamik selbst liegt, nicht unberücksichtigt bleiben. MOOC-Formate bieten die Chance, Formen der analogen und der digitalen Kommunikation, Techniken der Interaktion sowie Formate der Produktion und der Veröffentlichung im Kontext der Lehre neu zu denken.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Anliegen des Projekts ist es, neue Erkenntnisse über die tertiäre Hochschulbildung und deren Transformation durch die Einbettung von MOOC Videos zu gewinnen. Auf die im Allgemeinen zu wenig beachtete, wechselseitige Abhängigkeit von Wissensinhalt und Wissensdesign richtet das Projekt den Hauptfokus. Darin besitzt es Pilotcharakter: Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der HGK FHNW mit der Universität Basel, der EPFL und der Universität Passau kann die Wichtigkeit von reflektiertem Mediendesign in einem breiteren Rahmen kommuniziert werden.


Stand/Resultate

Es wurde ein Datenset aus ca. 450 MOOC Videos der Anbieter edX, Coursera, Futurelearn und Iversity aus den Jahren 2014/15 analysiert und ausgewertet. Zudem wurden 15 Experteninterviews mit Protagonisten aus den Bereichen der Filmproduktion, dem E Learning, dem Bildungsfilm, der Wissenschaft und der Hochschuldidaktik durchgeführt. Das Projekt kommt zu folgenden Ergebnissen und Hypothesen: Wollen sich MOOCs nachhaltig erfolgreich platzieren, so sind ästhetische Kriterien stärker zu berücksichtigen. Hierzu gehört unter anderem eine bessere Performance-Schulung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Vorlauf, der Verzicht auf die stereotype Verwendung sogenannter „talkings heads“ gefolgt von Power Point-slides. Überdies sollte die Möglichkeit, Wissen „on location“ zu vermitteln, von MOOCs stärker genutzt werden. Weitere neue Perspektiven bieten 360°-Formate, die es erlauben, den Lernenden in eine Wissenssituation unmittelbar hineinzustellen und damit Wissen auf ganz neue Weise erlebbar zu machen.

Durch MOOC Videos werden Lehrformate, Vermittlungsstrategien sowie der Einsatz von Medien in der tertiären Lehre erstmals weltweit vergleichbar. MOOC’s haben damit einen massgeblichen Anteil an einer Debatte über die Neu-Positionierung der tertiären Lehre im Kontext des digitalen Wandels.

Publikationen

Reutemann, J (2015): Into the forest. Über die gegenseitige Unterwanderung von Wissenschaft und Film, in: Marcus Maeder: Kunst, Wissenschaft, Natur. Zur Ästhetik und Epistemologie der künstlerisch-wissenschaftlichen Naturbeobachtung, Bielefeld 2015, S. 113—168;
Reutemann, J. (2016): "Too close to be true. VR images bring the visible speaker into your face (literally)" in: IMAGE EMBODIMENT – New Perspectives of the Sensory Turn, Publisher: Büchner-Verlag, Editors: Grabbe Lars, Rupert-Kruse Patrick, Schmitz Norbert M., pp.161-182;
Reutemann, J.: "Video ergo scio - Bildung als Stilfrage". In: Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends. 03/2016;
Reutemann, J. (2016), "Differences and Commonalities – A comparative report of video styles and course descriptions on edX, Coursera, Futurelearn and Iversity", in: European Stakeholders Summit on experiences and best practices in and around MOOCs, Editors: Khalil Mohammad, Ebner Martin, Michael Kopp, Lorenz Anja, Marco Kalz, 383-392;
Reutemann, J.: To Tease Somebody – A Quantitative Comparison of Advertised Educational Course Intro Videos and Actual Lecture Videos, Notice: in Print for Conference Proceedings; presentation at the ICEM Conference 2017 in Naples, 22-23 of September 2017;
Reutemann, J. (2016): Differences and Commonalities – A comparative report of video styles and course descriptions on edX, Coursera, Futurelearn and Iversity;
(in Arbeit) van der Meulen, N./Wiesel, J. (2017): Connectivity. Aesthetic Practice between social and digital Engagement, Bielefeld 2017.

Medienecho

Blogartikel Simulierter Blickkontakt – Wie digitales Lehren in Videos die Wissensvermittlung verändert, 06. Juli 2016
Video Styles in MOOC's on youtube , 4.4.2016

Links

Trailer Projektresultate, Stand November 2016
Institut Ästhetische Praxis und Theorie (IAeP)
eduhub.ch
FHNW, Digital Lehren und Lernen

Am Projekt beteiligte Personen

Prof. Dr. Nicolaj van der Meulen, Projektleiter, HGK Basel, Institut Ästhetische Praxis und Theorie, Co-Institutsleiter nicolaj.vandermeulen@fhnw.ch
Prof. Dr. Jörg Wiesel, HGK Basel, Institut Ästhetische Praxis und Theorie, Co-Institutsleiter joerg.wiesel@fhnw.ch
Jeanine Reutemann, HGK Basel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Ästhetische Praxis und Theorie jeanine.reutemann@fhnw.ch

Kooperationspartner:

Universität Basel
Prof. Dr. Maarten Hoenen, Vizerektor Lehre & Entwicklung
Dr. Gudrun Bachmann, Leitung Bildungstechnologien, Hochschuldidaktik
Dr. Thomas Lehmann, New Media Center, Produktionsleiter MOOCs

École Polytechnique Fédérale de Lausanne
Prof. Dr. Pierre Dillenbourg, Academic Director of the Center for Digital Education
Dr. Patrick Jermann, Center for Digital Education, Leitung EPFL- MOOCs
Gwénaël Bocquet, Center for Digital Education, Produktion der MOOCs

Universität Passau
Prof. Dr. Hans Krah, Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft & Medienwissenschaft

Letzte Aktualisierung dieser Projektdarstellung

07.11.2017