IM JAHR 2017 BEWILLIGTES PROJEKT

Machbarkeitskonzept Landwirtschaftsschule «Swiss Professional Agriculture School Caucasus, SPAC» – SCN 2017, Inphasing I

Redaktion

Für den Inhalt der Angaben zeichnet die Projektleitung verantwortlich.


Kooperation

Dieses von der Gebert Rüf Stiftung im Rahmen ihres Programms «Swiss Caucasus Net» SCN geförderte Projekt wird von folgendem Projektpartner mitgetragen: «Swiss South Caucasus Foundation» SSCF, einem Fonds der Schweizer Dachstiftung «Fondation des Fondateurs» FdF.


Projektdaten

Projekt-Nr.: GRS-011/17
Förderbeitrag: CHF 7'000
Bewilligung: 24.01.2017
Dauer: 03.2017 - 12.2017
Handlungsfeld: SSCN, seit 2017


Machbarkeitskonzept Landwirtschaftsschule «Swiss Professional Agriculture School Caucasus, SPAC» – SCN 2017, Inphasing I
Projekt nummerGRS-011/17 BudgetCHF 7'000 VerantwortlichPhilipp Egger Laufzeit03.2017 - 12.2017

Caucasus Institute – SCN 2017, Inphasing I
Projekt nummerGRS-010/17 BudgetCHF 11'000 VerantwortlichPhilipp Egger Laufzeit03.2017 - 12.2017

Caucasus Conference – SCN 2017, Inphasing I
Projekt nummerGRS-009/17 BudgetCHF 8'000 VerantwortlichPhilipp Egger Laufzeit03.2017 - 12.2017

Kleinprojekte 2017 – SCN 2017, Inphasing I
Projekt nummerGRS-008/17 BudgetCHF 20'000 VerantwortlichPhilipp Egger Laufzeit03.2017 - 12.2017

Operative Programmarbeit – SCN 2017, Inphasing I
Projekt nummerGRS-007/17 BudgetCHF 405'000 VerantwortlichPhilipp Egger Laufzeit03.2017 - 12.2017


Projektleitung

Dr. Philipp Egger, Programmleiter Swiss South Caucasus Net, Swiss South Caucasus Foundation, Swiss Caucasus Net, 4015 Basel (Schweiz), philippegger@mac.notexisting@nodomain.comcom


Abstract

Bei diesem Kleinprojekt geht es um die Konzeptentwicklung einer «Swiss Professional Agriculture School Caucasus, SPAC» (Arbeitstitel) in Georgien, unweit von Tbilisi:
Der Südkaukasus war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Immigrationsgebiet für Schweizer Bauern, die meist von lokalen Behörden und Potentaten hierhergeholt wurden. So entstand eine ganze Reihe landwirtschaftliche Musterbetriebe, die Produkte in hoher Qualität herstellten. So wurde zum Beispiel um die vorletzte Jahrhundertwende Schweizer Käse aus dem Südkaukasus nach Paris exportiert.
Die 7 Jahrzehnte der Sowjetzeit löschten aber auch im Südkaukasus die bäuerliche Unternehmenskultur nahezu vollständig aus. In den ersten Jahren nach der russichen Revolution mussten die Schweizer Bauern den Südkaukasus verlassen. Sie remigrierten in die Schweiz oder wanderten in die USA, nach Südamerika oder nach Australien weiter. Die Sowjets verfolgten und eliminierten die Wirtschafts- und Lebenskultur der Kulaken, der selbständigen und meist wohlhabenden Bauern. Die Landwirtschaftsflächen wurden kollektiviert und in industriellen Grossbetrieben (Kolchosen/Sowchosen) mit einem hohen Grad an Spezialisierung und Arbeitsteilung organisiert.
Heute gibt es den gelernten Unternehmerbauern im Südkaukasus nicht mehr. Obwohl etwa Georgien über fruchtbare Böden, ausreichend Wasser und ein gutes Klima verfügt, müssen landwirtschaftliche Produkte in grossem Stil importiert werden. Der georgische Landwirtschaftssektor ist von einem hobbymässigen Bauerntum geprägt, das vor allem seine Eigenversorgung sicherstellt und die überflüssigen Produkte für den Tauschhandel einsetzt. Was für Georgien gilt, präsentiert sich in anderen südkaukasischen Gebieten nicht anders. Alle Bereiche einer agrarischen Produktion – Viehzucht, Ackerbau, Fruchtbau, Milchwirtschaft etc. – sind in einem ungenügenden allgemeinen Zustand. Professionelles Wissen ist weder vorhanden noch wird es in angewandter, praxisorientierter Form an die «bauernden» Bevölkerungsteile weitergegeben. Lediglich an den Technischen Hochschulen werden in der Tradition der sowjetischen Bildungspolitik Agrarwissenschaften gelehrt; die entsprechenden Studienangebote sind jedoch praxisfern und richten sich nicht an die produzierende Landbevölkerung, sondern an künftige Manager und Staatsangestellte.
Zwar haben in der Vergangenheit staatliche Entwicklungsagenturen vieler europäischer Länder – so auch die «Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit» (DEZA) von Schweizer Seite her – einzelne Basisprojekte in Regionen und Dörfern realisiert. Diese Projekte der Entwicklungszusammenarbeit waren aber oft punktuell, betreuungsintensiv, fragil und oft nicht nachhaltig – vor allem aber waren sie top-down bzw. von aussen herangetragen und litten unter mangelnder Akzeptanz vor Ort.
Das Problem des brachliegenden Agrarpotentials gilt es, an der Wurzel anzupacken. Gemeinsam mit einem wohlhabenden und philanthropisch tätigen georgischen Unternehmer aus dem Konsumgüterbereich, der in den 90er-Jahren an der ETH in Zürich ein Ingenieurstudium in Agrarwissenschaften abschloss, wurde über die vergangenen Monate das Projekt zur Errichtung einer Landwirtschaftsschule nach Schweizer Muster entwickelt und konkretisiert:
Die SPAC soll auf dem Gebiet einer ehemaligen Kolchose aufgebaut und entwickelt werden. Die Örtlichkeit ist nur 13 Kilometer vom Stadtrand von Tbilisi entfernt und damit sehr gut zu erreichen. Die dazu notwendigen, jetzt weitgehend ungenutzten Landwirtschaftsflächen vor Ort und in den Bergen (Milchwirtschaft) stehen zur Verfügung bzw. würden über private Besitzer in die Schule eingebracht (Pacht, Kauf, Stiftung).
Die Schule soll jungen Bauern aus dem gesamten Südkaukasus offen stehen, ebenso in der Landwirtschaft tätigen Personen, die sich weiterbilden wollen. Die Zulassung müsste über Eignungstest kompetitiv erfolgen, das Schulgeld zumindest in der Anfangszeit wohl subventioniert werden.
Die Landwirtschaftsschule soll als landwirtschaftliche Fachschule eine solide, praxisorientierte Allrounder-Grundausbildung für Bauern anbieten. Kooperationen mit Schweizer Kompetenzzentren wie dem Plantahof GR und Grangeneuve FR sind angedacht. Erste entsprechende Kontakte sind erfolgt, ebenso wurde bereits Verbindung mit der DEZA aufgenommen.
In einem ersten Schritt gilt es, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Detailkkonzept samt Businessplan zu entwickeln. Dies sollte in der ersten Jahreshälfte 2017 zu leisten sein. Auf der Basis der Machbarkeitsstudie könnte dann allenfalls ein ausgearbeitetes Projektgesuch für die Aufbauphase 1 der Landwirtschaftsschule an den Stiftungsrat der Gebert Rüf Stiftung gestellt werden; das entsprechende Budget ist bereits im Jahresbudget eingestellt. Allerdings sollte das grosse Vorhaben nur nach gründlichen Abklärungen und bei guten Risiken angepackt werden.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Eine erfolgreiche Berufsschule für Landwirte hätte im gesamten Südkaukasus eine grosse Leuchtturm-, Signal- und Modellwirkung. Die Realisierung von Nachfolgeprojekte nach dem Muster einer erfolgreichen Landwirtschftsschule wäre in Georgien und in anderen Ländern der Region (Armenien, Arzach, Aserbaidschan) anzustreben.

Links

Academic Swiss Caucasus Net (ASCN)
http://www.southcaucasus.ch
Caucasus Institute, Armenia

Am Projekt beteiligte Personen

Dr. Dr. h.c. Philipp Egger, Swiss South Caucasus Foundation (SSCF), Postfach Neubad, 4015 Basel (Schweiz)
Miho Simonishvili, Landwirtschaftsminister während der Regierung Saakashvili, Tbilisi, Georgien

Letzte Aktualisierung dieser Projektdarstellung

19.06.2017