ANLAGESTRATEGIE & ASSET POOLING
Allgemeines
Je kleiner ein Vermögen ist, desto teurer gestaltet sich die Vermögensanlage. Kleinere Stiftungen kostet die Bewirtschaftung ihres Vermögens überdurchschnittlich viel. Ein wesentlicher Teil der Kosten, die eigentlichen Anlage- und Umschichtungskosten können tief gehalten werden, wenn sich kleinere Stiftungsvermögen grösseren anschliessen, um auf diesem Weg in den Genuss eines Mengenrabatts zu gelangen. Auf diese Weise stehen mehr Mittel für die Kernaufgabe, nämlich die Projektförderung, zur Verfügung. Andere Kosten, beispielsweise die Festlegung der Anlagestrategie und die Kontrolle des Anlageresultates bleiben indes für kleinere Stiftungen relativ teuer.
Die Pooling-Lösung, welche bei der Gebert Rüf Stiftung zum Einsatz kommt, baut auf einer integrierten Lösung («Wertschöpfungskette») auf, in welche verschiedene Partner involviert sind. Personen, die für die Finanzen von Stiftungen verantwortlich sind, werden eingeladen, mit der Geschäftsleitung der Gebert Rüf Stiftung Kontakt aufzunehmen, um generell die Möglichkeiten und Grenzen eines Asset Pooling zu besprechen. Die Stiftung tritt dabei selbst nicht als Finanzdienstleisterin auf, sondern als Förderstiftung, die sich im Rahmen ihres Handlungsfelds «Stiftung Schweiz» für die Maximierung gemeinnütziger Stiftungsarbeit engagiert.
Vermeidung von Interessenskonflikten
Die Organisation der Vermögensanlage der Gebert Rüf Stiftung lässt sich als Wertschöpfungsprozess- bzw. -kette mit klaren Teilverantwortlichkeiten darstellen. Dabei gewährleisten strikte Trennungen mit je unterschiedlichen, zuständigen Firmen die wesentlichen «checks and balances». Interessenskonflikte werden auch durch die Vermeidung entsprechender Anreize über alle Stufen des Prozesses hinweg so weit wie möglich ausgeschlossen. So besteht etwa bei der Anlagekonzeption angesichts der im Rahmen des Pooling vertraglich vereinbarten «flat rate» kein Eigeninteresse bei der Auswahl der – notabene passiven – Produkte.
In der Verantwortung der Einschätzung des Anlageerfolgs steht der Stiftungsrat. Aufgrund des Anlageresultates (Vergleichsbetrachtung) entscheidet er, ob und wann eine vollständig externe Überprüfung von Anlageform und –organisation vorzunehmen ist.
Grundsätze der Anlagestrategie
- Risikominimierung durch Diversifikation
- Optimierung der Vermögensstruktur im Hinblick auf die Förderziele der Gebert Rüf Stiftung
- Sicherstellung der Marktrendite durch indexierte Anlagen
- Vermeidung von Anlagerisiken, die nicht entschädigt werden (z. B. Währungsrisiken)
- Kostengünstige Umsetzung durch indexierte Anlagen
- Minimale Zahlung bzw. maximale Rückforderung von in- und ausländischen Steuern auf Zinsen und Dividenden
- Kostengünstige Vermögensverwaltung: Optimierung des Verhältnisses von Kosten für die Vermögensverwaltung und Ertrag/Leistung
Vorgaben
- Mittelabflüsse konstant: ca. total CHF 10 Mio. p. a.; Kapitalerhalt ist kein Grundsatz
- langfristiges Renditeziel: 4 % p. a.
Vermögensstruktur (Asset Allocation)
- 30 % Obligationen in CHF; 30 % Obligationen in Fremdwährungen (abgesichert in CHF); 40 % Aktien weltweit, davon ca. die Hälfte währungsabgesichert in CHF. Dank der teilweisen Währungsabsicherung können die Anlagerisiken reduziert werden ohne dass die erwartete Rendite merklich fällt.
- Diese Asset Allocation stellt das Vergleichsportfolio dar, die sog. Benchmark.
- Die Rendite des Portfolios der Gebert Rüf Stiftung wird an der Rendite dieses Vergleichsportfolios gemessen. Die Differenz wird als Überschussrendite bezeichnet. Diese kann positiv oder negativ sein.
- Benchmark ab 14. Januar 2010:
° Swiss Bond Index (30 %)
° Citigroup WGBI ex Schweiz abgesichert in CHF (30 %)
° MSCI World ex CH (19 %), MSCI World ex CH abgesichert in CHF (19 %), SPI Large & Mid Cap Index (2 %).
Umsetzung: FINPOOL
Die Umsetzung erfolgt gegenwärtig mit der Pooling-Lösung FINPOOL, die ein strategischer Partner zusammen mit Banken und Asset-Managern realisiert hat. Sie ist grundsätzlich bei jeder Anlagestrategie möglich. Jede Förderstiftung kann also ihre individuelle Anlagestrategie bestimmen bzw. bestimmen lassen.
FINPOOL ist wie folgt charakterisiert:- Indexierte (passive), institutionellen Anlegern vorbehaltene Anlagen mit folgende Eigenschaften:
° Abbildung der Indizes durch volle Replikation oder «stratified Sampling» (Teilreplikation); kein ungewolltes Gegenparteienrisiko und kein Risiko einer tatsächlich vom Benchmark stark abweichenden Performance.
° Bei der Transition (erstmaliger Anlage) besteht die Möglichkeit der Einlieferung bestehender Titel
° Es handelt sich um Tranchen grösserer, gesamthaft verwalteter Fonds, wodurch tiefe Kosten möglich sind.
° Sicheres Verfahren beim Securities Lending - Für ausländische Aktien bestehen Tranchen, die zu 50% von den US-Quellensteuern befreit sind. Dies bringt eine Zusatzrendite von ca. 0.15% oder 15 Basispunkten auf ausländische Aktien für Förderstiftungen, deren Begünstigte mehrheitlich ihren Sitz in der Schweiz haben.
- Für ausländische Aktien bestehen Tranchen mit Währungsabsicherung.
- Kostenfreies Depot bei der Depotbank der Fonds
- Transparenz bei den Gebühren:
° Der Kunde bezahlt genau die Gebühren, welche er mit dem strategischen Partner vereinbart hat, inkl. Kosten Dritter.
° Soweit Kosten von Dritten direkt belastet (z.B. Managementgebühren für Anlagefonds) oder Leistungen dem Partner gutgeschrieben werden (z.B. Retrozessionen), werden sie dem Kunden angerechnet bzw. ein eventueller Überschuss zurückbezahlt.
° Nur wenige, im Fondsreglement jeweils bezeichnete Kosten, gehen zulasten der jeweiligen Fonds und damit der Performance (Anteil in der Grössenordnung von 1 Basispunkt). - Es besteht die Möglichkeit, ein vollständig unabhängiges Investment Controlling mit einer Drittpartei zu vereinbaren.
