Digitalisierung – Stiftungen als Motoren

Auch in der Digitalisierung können Stiftungen die Motoren sein – nutzen wir die Chance!

9 février 2025

Gemeinnützige Stiftungen sind eine unabhängige Kraft, die mit ihrer Expertise und ihren Ressourcen neben Staat und Wirtschaft zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Sie stärken die Pluralität, setzen Impulse und können Risiken eingehen, wo andere noch zögern. Sie weisen auf Lücken und Chancen hin und helfen mit, diese bestmöglich zu nutzen. Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln erzielen Stiftungen grosse Wirkung.

Die Rolle der Stiftungen in der digitalen Transformation

Stiftungen sind nicht nur Förderer gesellschaftlicher Innovationen, sondern können selbst eine treibende Kraft in der digitalen Transformation sein. Sie verfügen über die Unabhängigkeit, neue Technologien zu testen, ohne kommerziellen oder politischen Zwängen zu unterliegen. Damit haben sie die Möglichkeit, neue digitale Lösungen zu entwickeln und zu skalieren, die dem gesamten gemeinnützigen Sektor zugutekommen.

Ein gutes Beispiel ist der Aufbau gemeinsamer digitaler Plattformen, die nicht nur Stiftungen selbst, sondern auch Organisationen und Projektträgern helfen, effizienter zusammenzuarbeiten. Solche Plattformen ermöglichen es, schneller passende Partner und Projekte zu finden und so die Wirkung von Fördergeldern zu maximieren.

Digitale Effizienz als Multiplikator

Wirkungsvolle Förderung bedeutet, in der richtigen Lücke den grösstmöglichen Beitrag zur Lösung einer gesellschaftlichen Herausforderung zu leisten. Um dies zu tun, braucht es eine strategische Fokussierung und eine effektive Koordination unserer Mittel. In diesem Bereich besteht Nachholbedarf: Zu oft arbeiten wir mit veralteten und ineffizienten Methoden, die unnötig Ressourcen binden.

Studien des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zeigen, dass die Erstellung und Prüfung von Anträgen ressourcenintensiv ist und im Schnitt 15 % des Förderbudgets ausmachen, davon 5-20 % auf Seiten der Projektträger und 5-10 % bei den Stiftungen selbst. Umgerechnet auf die Gebert Rüf Stiftung wären dies CHF 1.5 bis 2 Mio. pro Jahr. Wenn wir effizient und digital arbeiten, kann dieses Geld wirkungsvoller eingesetzt werden.

Ein Schritt nach vorne: Digitale Lösungen für mehr Wirkung

Zum Glück gibt es bereits innovative Ansätze, die diesen Herausforderungen begegnen. Mit Spheriq haben wir hier als Stiftungskonsortium bereits einen wichtigen Schritt getan. und eine gemeinsame Plattform geschaffen, die es uns erleichtert, effektive Förderlücken zu identifizieren, geeignete Projekte schneller zu finden und Kooperationen einzugehen. Die Plattform bietet:

  • Übersichtliche Kontextinformation zu Nonprofits (Projekten) und Funders (Stiftungen) mit Förderchronik
  • Themen- und Clustermapping zur Identifikation von Förderlücken
  • Gezieltes Scouting von Initiativen und Projekten
  • Effiziente Zusammenarbeit und Koordination zwischen Stiftungen

Ein Beispiel dafür ist die Biodiversitäts-Initiative: In Zusammenarbeit mit SwissFoundations und der Somaha Stiftung hat Spheriq ein digitales Netzwerk geschaffen, das Akteure im Bereich Biodiversität vernetzt. Dieses Netzwerk erleichtert den Austausch zwischen Förderern und Projektpartnern. Eine gemeinsam von allen Organisationen bewirtschaftete Liste macht zudem umsetzungsreife Projekte sichtbar.

Oder das Mapping des Arbeitskreises und Netzwerkes Forschung von SwissFoundations, welches erstmals unter Förderstiftungen einen Einblick und Überblick zu den Förderschwerpunkten und -phasen gibt.

Oder die schrittweise Einführung von KI-Assistenten von Spheriq. Sie ermöglichen beispielsweise, optimierte Projektporträts zu erstellen und passende Förderpartner zu finden. Durch die Analyse von Gesuchen und Förderprojekten können Trends und Bedarfe im gemeinnützigen Sektor rascher identifiziert werden, was eine gezielte Mittelverwendung ermöglicht. Beispielsweise kann der Einsatz von KI-gestützten Analysewerkzeugen, die Trends und Bedarfe in sozialen Bereichen aufdecken und Stiftungen damit helfen, strategischer zu agieren.

Wir brauchen mehr Kooperation und bessere Vernetzung: die digitale Infrastruktur dafür existiert bereits – jetzt liegt es an uns, diese zu nutzen!

Mut zur digitalen Transformation

Als Mitglieder von SwissFoundations stehen wir für Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Nachvollziehbarkeit. Nun ist der Moment gekommen, um gemeinsam den digitalen Fortschritt aktiv voranzutreiben. Die Technologien sind da, die Plattformen existieren und haben ihre grundsätzliche Eignung unter Beweis gestellt – jetzt braucht es unser Engagement, um das Potential voll auszuschöpfen, uns die neuen Arbeitsweisen anzueignen, die Lösungen schrittweise mitzugestalten und mit Inhalten zu füllen.

Wenn Stiftungen gemeinsam in digitale Infrastruktur investieren, wenn sie digitale Werkzeuge und Strategien nicht nur für sich selbst, sondern für den gesamten Sektor weiterentwickeln, dann steigert dies die Effizienz und Wirkung aller gemeinnützigen Akteure. Digitalisierung ist keine Option mehr, sondern ein entscheidender Hebel, um gesellschaftliche Herausforderungen noch wirkungsvoller zu adressieren.

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